Pädagogischer Tag 2011 - Thema: Selbstorganisiertes Lernen
Kollegium zieht Bilanz und plant für die Zukunft
Sie heißen immer noch „neue” Unterrichtsformen, obwohl sie längst zu unserem Standardrepertoire gehören: schülerzentrierte und schüleraktivierende Methoden, Binnendifferenzierung, Portfolio und Wochenplanarbeit – Unterrichtsformen, die einer zunehmenden Heterogenität in den Klassen Rechnung tragen und individuelle Lernwege und selbstständiges Planen und Handeln nicht nur zulassen, sondern ausdrücklich fördern und unterstützen.
Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?
Das Kollegium des Gymnasiums Hohenbaden hatte sich für den Pädagogischen Tag am 3. März 2011 zum Ziel gesetzt, im Austausch untereinander einen Überblick über die Vielfalt bereits praktizierter Formen selbstorganisierten Lernens zu gewinnen und aus dieser Ist-Analyse neue Ideen für die zukünftige Arbeit zu entwickeln.
Lernzirkel, Portfolio, Klassenorchester, Selbstlernsemester
Am Vormittag stellten verschiedene Fachrichtungen Methoden und Materialien vor. Frau Rübig gab eine Einführung in Arbeitsformen im Fach Mathematik, und alle Kolleginnen und Kollegen waren aufgerufen, in die Schülerrolle zu schlüpfen, um die Materialien in einem Lernzirkel praktisch zu erproben.

Frau Hüper informierte über Vorteile und Formen der Portfolioarbeit und berichtete von ihren Erfahrungen damit in unterschiedlichen Klassenstufen. Herr Fessler zeigte anhand des Klassenorchestermodells, welche Kompetenzen in den Probephasen gefördert werden und stellte die Übertragbarkeit auf andere Fächer und mögliche Synergieeffekte zur Diskussion. Herr Kempf zeigte am Beispiel der Gemeinschaftskunde Möglichkeiten auf, Selbstlernsemester nach Schweizerischem Vorbild einzurichten, und thematisierte die veränderte Rolle des Lehrers von der zentralen Wissensvermittlung zur Begleitung und Betreuung im individuellen Lernprozess. Die Fachlehrer der Klasse 10a informierten in diesem Zusammenhang über den kürzlich veranstalteten „Grundlagenwiederholungstag”, an dem sich die Schülerinnen und Schüler in Gruppen gegenseitig vor allem in den Fächern Mathematik und Chemie auf die Sprünge geholfen hatten. Weitere Module dieser Art sind in Vorbereitung.
Anpassung der Leistungsmessung
Unterrichtsformen, die den Lernprozess und individuelle Lernwege in den Mittelpunkt stellen, erfordern neue Formen der Leistungsmessung und Notenfindung. Schon vor Jahren hat der Gesetzgeber unter anderem durch die Einführung der gleichwertigen Feststellung von Schülerleistungen (GFS) die Voraussetzungen für diese Entwicklung geschaffen. Nun gilt es auch, die Konzeption und Durchführung von Klassenarbeiten, Klausuren und Tests an die veränderten Unterrichtsformen anzupassen. So stand bei diesem Thema der Austausch über Erfahrungen mit der sogenannten „Kofferklausur” und mit „Open Book Tests” im Vordergrund, also mit Leistungsmessungsformen, bei denen die Verwendung der Schulbücher oder auch vorbereiteter Materialien zugelassen und erforderlich ist. Aber auch die Praxis bei der Erteilung mündlicher Noten wurde auf den Prüfstand gestellt.
Praxisbezug und Zielorientierung am Nachmittag
Während sich zwei Arbeitsgruppen am Nachmittag mit der konkreten Erstellung von Freiarbeitsmaterialien beschäftigten, saßen andere Kolleginnen und Kollegen in Teams zusammen und entwickelten Konzepte für unsere zukünftige Vorgehensweise zum Beispiel bei der Unterrichtsgestaltung in der 10. Klasse, die im achtjährigen Bildungsgang die Einführung in die Kursstufe leisten muss.
Voneinander lernen – sich stärker vernetzen
Voneinander lernen – sich stärker vernetzen: Dies gilt nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer, so könnte eines der Ergebnisse unseres Pädagogischen Tags lauten. Die virtuellen Voraussetzungen sind bereits geschaffen. Herr Kuntze führte in die von ihm neu eingerichtete Moodle-Plattform auf dem Server der Schulhomepage ein und kündigte eine Fortbildungsveranstaltung für die Kolleginnen und Kollegen an.
Vielen Dank an alle, die diesen arbeitsintensiven Tag ermöglicht und mitgestaltet haben!
Anke Hüper