Achim Fessler
„musik gewinnt!“ – Das Modell Klassenorchester ist Erster Preisträger beim Bundeswettbewerb 2007
Der Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) war gemeinsam mit dem WDR, dem Deutschen Musikrat, der Strecker-Stiftung Mainz und der Initiative Hören auf der Suche nach musikpädagogischen Modellen, die möglichst viele Schüler einer Schule zum Musizieren heranführen. Neben diesem Kriterium war entscheidend, dass es sich dabei nicht um einzelne Projekte handelt, sondern dass das Modell fest im Schulcurriculum verankert ist. Außerdem galt es, mit einer innovativen Idee auf sich aufmerksam zu machen.
Die Juroren überzeugte das Modell des „gemischt besetzten Klassenorchesters“, das seit 6 Jahren am Gymnasium Hohenbaden durchgeführt wird, ganz besonders.
Deshalb wurde ich als Vertreter unserer Schule am 17. Mai 2007 zu einem Konzert mit dem WDR-Sinfonieorchester in die Kölner Philharmonie eingeladen, im Rahmen dessen die Preisverleihung des Bundeswettbewerbs „musik gewinnt!“ vorgenommen wurde.
In der Laudatio betonte Prof. Dr. Ortwin Nimczik (Bundesvorsitzender des VDS), dass gerade die Ausweitung des Klassenorchester-Modells auf die Jahrgangsstufen 7-13, das (in Ermangelung käuflicher Exemplare) eigens für die einzelnen Klassen arrangierte Notenmaterial, die enorme musikalische Qualität , die innerhalb von Regelklassen erreicht wurde und die Verankerung des Klassenorchesters nicht nur im Schulalltag, sondern auch in der Stundentafel ein sehr ermutigendes Zeichen dafür sei, dass innerhalb der bestehenden Lehrpläne Raum für das Musizieren entstünde, der für die persönliche Entwicklung jeder Schülerin und jedes Schülers unverzichtbarer Bestandteil sei. Das Gymnasium Hohenbaden nehme dadurch einen Vorbildcharakter an, dem zu folgen er nachdrücklich ermuntere.
Prof. Karl Karst (Programmchef WDR 3) wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Kultur, Kunst und Musik Grundnährstoffe der gesellschaftlichen und der persönlichen Entwicklung seien, ohne die sowohl der Einzelne als auch die Gesellschaft langfristig an Produktivität und Prosperität verlöre. Insofern sei der vom WDR mitgetragene Wettbewerb „musik gewinnt!“ auch eine deutliche Mahnung, „die musische Grundbildung an deutschen Schulen nicht zu vernachlässigen.“
Für unsere Schule bedeutet dieser Erste Preis, der zum ersten Mal an ein Gymnasium vergeben wurde und mit 2000 Euro dotiert ist, eine bundesweite Aufmerksamkeit für unser Klassenorchester-Modell. Er ist eine großartige Auszeichnung und Bestätigung dafür, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern damit eine zeitgemäße Musikpädagogik anbieten, die nicht schnell vergänglichen Moden folgt, sondern einen nachhaltigen Beitrag zur musikalischen Entwicklung unserer Schüler leistet.
Mit dem Preis verbinde ich einen Dank an die ganze Schulgemeinde.
Die Unterstützung des Klassenorchester-Modells durch die Schulleitung, das Lehrerkollegium (Poolstunde in Klasse 5 für Klassenorchester/Klassenchor), durch die Schülerschaft, die Eltern und den Förderverein (Bereitstellung finanzieller Mittel zur Anschaffung von Instrumenten) haben es durch ihr Zusammenwirken erst möglich gemacht, dass das Modell nicht nur eingeführt werden konnte, sondern weiterentwickelt wurde.
Das Potenzial des „gemischt besetzten Klassenorchesters“ ist noch immer nicht erschöpft. Es gbit noch viele weitere Ideen, die auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden und das Modell auf diese Weise lebendig halten.
Die Preisträgerschaft beim Bundeswettbewerb „musik gewinnt!“ 2007 ist uns dabei Ermutigung und Motivation.